Bahnreisen

Einen Gang herunterschalten

Wer mit der Bahn in den Urlaub fährt, lässt den Alltag schon gleich mit der Abfahrt hinter sich. Keine lästigen Staus erwarten ihn da, keine quengelnden Kinder auf dem Rücksitz, keine überfüllten Raststätten. Setzt sich der Zug in Bewegung, fährt die Entspannung mit: Reisende können sich gemütlich in die Sitzkissen der Abteile lehnen, den Blick aus dem Fenster schweifen lassen. Dort gleitet die Landschaft schnell oder gemächlich – je nach dem – an ihnen vorbei. Sie fahren und müssen doch selber gar nichts machen. Im Gegenteil: Wer müde ist, macht ein Nickerchen. Wer hungrig ist, geht ins Bordrestaurant oder greift zum Proviantkorb.

Urlaub ab Kilometer Eins

Wer es da schafft, innerlich einen Gang herunterzuschalten, wer erkennt, dass es vorwärts geht, auch ohne hektisch aufs Gaspedal zu drücken, der ist bereits ab Kilometer Eins im Urlaub angekommen. Dabei geht es im Zug nicht nur um die viel gepriesene Entdeckung der Langsamkeit – schließlich fliegen moderne Züge mitunter richtig schnell durch die Lande. Es geht darum, die Verantwortung für die Geschwindigkeit, für das Vorwärtskommen abzugeben. Es geht darum, den Moment zu genießen. Und sich richtig wohl zu fühlen.

Der Weg ist das Ziel

Auf solchen Bahnfahrten ist nicht die Endstation das Ziel, es ist der Weg dorthin. Denn unterwegs öffnen sich die Augen für neue Eindrücke. Die gibt es nämlich zum Zugticket gratis dazu: Wer sich Zeit lässt, der kann das Land, das er durchreist, wahrnehmen, er kann es riechen, fühlen und schmecken. Selbst wenn das „nur“ ein anderes Bundesland in Deutschland ist. Er beobachtet die Menschen am Bahnhof. Hört, wie sie sprechen, und kommt am Ende selbst mit ihnen ins Gespräch.